05. September 2009

"Was Kinder klug und glücklich macht?"

 

Von diesem viel versprechenden Titel angezogen, mit dem Frau Prof. Dr. Eckert von der Universität Darmstadt unsere Neugier geweckt hatte, begaben sich Eltern, Lehrer & Erzieherinnen am 3. September in die DiSDH-Gymnastikhalle.
Tja, wenn das so einfach wäre und es ein Patentrezept dafür gäbe? Ist das nicht das, was wir uns alle für unsere Kinder wünschen?
Gleich eingangs berührte uns die Referentin mit ihrer Frage: Was hat uns damals als Kinder glücklich gemacht? War es das freie Spielen in der Natur?
Ferner regte sie zum Nachdenken an, welche Ängste Eltern eigentlich hätten, dass "es" ihre Kinder einmal im Leben nicht schaffen könnten, welche Erwartungen aufgebaut würden und welchen Druck sie (unter-)bewusst auf die Kinder ausübten.
In unserer Leistungsgesellschaft sind wir bestrebt, den Kindern so viel und so früh wie möglich, beibringen zu wollen. Dabei sieht Prof. Eckert die Gefahr, dass der Kinderalltag mit Sportaktivitäten, Musik- und Sprachuntericht sowie Therapien derart durchorganisiert wird, dass kein Raum für ?Ent-spannung?, geschweige denn für Langeweile bliebe. Gerade aus der Langeweile könne sich Kreativität entwickeln.
Die Wissenschaftlerin appellierte an Eltern sowie Lehrer zu ?entschleunigen? und den Mut zu haben, mal gegen den Strom zu schwimmen. Mehr auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen, das Tempo ihm zu überlassen, und es nicht gleich einem Spezialisten oder Therapeuten zu übergeben.
Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Beständigkeit und Vertrauen gäben dem Kind den nötigen Halt und die Sicherheit, im Alltag zu bestehen. In diesem Zusammenhang betonte die Lektorin die wichtige Rolle des Vaters, nahm Stellung zu den Medien (Fernsehen, Computer) und monierte, dass Kinder leichtfertig als ADHS-Kinder eingestuft würden, anstelle sie als Kinder unserer Zeit anzusehen und ihnen den freien Raum zur eigenen Entwicklung zu geben.
Gebannt von dem Plädoyer und in der Hoffnung, dass Frau Eckert uns erneut beehrt, können sich Interessenten gerne auch zu entspechender Literatur an den Initiator der Veranstaltung, Herrn Pitzner, wenden, bei dem wir uns recht herzlich bedanken.